
In einem Feld nahe der Stadt Rena, etwa 175 km nördlich von Oslo, wurde Norwegens größter bekannter Münzfund aus der Wikingerzeit entdeckt. Bislang wurden insgesamt 2.970 Silbermünzen geborgen.1
Alles begann am Freitag, dem 10. April, als die Hobby-Schatzsucher Rune Sætre und Vegard Sørlie bei der Suche auf einem Feld 19 Silbermünzen entdeckten. Sofort erkannten sie, dass es sich um etwas Besonderes handelte, und bewiesen vorbildliches bürgerliches Engagement und historisches Bewusstsein, indem sie den Fund den Archäologen meldeten. Bei den von Archäologen geleiteten Ausgrabungen stieg die Zahl der gefundenen Münzen bis zum 29. April 2026 auf 2.970.

Bildnachweis: Anne Engesveen, Innlandet County Authority
Die Behörden würdigen das verantwortungsvolle Verhalten der Sondengänger. Die Archäologin May-Tove Smiseth merkte an, dass die beiden zuvor an von der Gemeinde organisierten Schulungen teilgenommen hatten und erklärte: „Dieser Vorfall ist ein Paradebeispiel dafür, wie der Prozess ablaufen sollte.“ Smiseth betonte, dass solche Kooperationen eine entscheidende Rolle für den Erhalt des kulturellen Erbes spielen.
In den skandinavischen Ländern (insbesondere Norwegen und Dänemark) ist die Nutzung von Metalldetektoren streng gesetzlich geregelt. Es besteht jedoch ein ausgezeichnetes System der Zusammenarbeit zwischen Staat und Hobby-Schatzsuchern. Gefundene historische Artefakte gehören dem Staat; Schatzsucher, die sich an die Regeln halten, erhalten jedoch eine beträchtliche Geldprämie, die sogenannte „Danefæ“, deren Höhe vom historischen Wert des Fundes abhängt. Dies trägt dazu bei, den Schmuggel historischer Artefakte zu verhindern.
Der Münzschatz besteht aus britischen, deutschen, dänischen und norwegischen Münzen.
Erste Untersuchungen von Experten deuten darauf hin, dass der Münzfund Aufschluss über die globalen Handelsnetzwerke der Wikingerzeit gibt. Die meisten der 2.970 gefundenen Münzen stammen aus England und Deutschland. Darunter befinden sich jedoch auch seltene Stücke dänischer und norwegischer Prägung.
Weitere bemerkenswerte Details des Schatzes sind folgende:
- Die Münzen stammen aus der Zeit zwischen 980 und 1040 n. Chr.
- Die Sammlung umfasst Münzen, die unter einigen der mächtigsten Herrscher jener Zeit geprägt wurden, wie etwa Knut der Große, Æthelred II., Otto III. und Harald Hardrada.

Svein Gullbekk, ein auf Numismatik spezialisierter Professor, betont, dass diese Periode einen Wendepunkt für die norwegische Wirtschaft darstellte. Er erinnert daran, dass Harald Hardrada, der nach 1046 den Thron bestieg, eine nationale Währung einführte und ausländische Währungen vom Markt nahm, und merkt an, dass dieser Schatz genau am Vorabend dieser großen wirtschaftlichen Umwälzung vergraben wurde.
Harald Hardrada (Harald III.)
Bevor er König von Norwegen wurde, befehligte er die berühmte Warägergarde im Byzantinischen Reich. Er finanzierte sein Königreich, indem er das enorme Vermögen, das er in Byzanz angehäuft hatte, in den Norden transferierte. Dieser „importierte“ Reichtum spielte eine entscheidende Rolle für Norwegens wirtschaftliche Unabhängigkeit und die Prägung eigener Münzen.
Obwohl Wikinger oft mit Plünderungen und Kriegen in Verbindung gebracht werden, steckt hinter diesem immensen Hort ein weitaus industriellerer Grund: die Eisenproduktion.
Der Archäologe Jostein Bergstøl merkt an, dass die Region vom 10. bis zum späten 13. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Eisenproduktion war. Die aus den Mooren gewonnenen Erze wurden hier industriell verarbeitet und in ganz Europa exportiert. Experten zufolge stellen diese Tausenden vergrabenen Silbermünzen einen Teil des enormen Kapitals dar, das durch den Eisenhandel angehäuft wurde.
Bereich unter Schutz gestellt
Der norwegische Minister für Klima und Umwelt, Andreas Bjelland Eriksen, und die Direktorin für Kulturerbe, Hanna Geiran, bezeichneten den Fund als ein internationales Ereignis.
Die Fundstätte steht gemäß dem Denkmalschutzgesetz automatisch unter Schutz und ist gesperrt. Archäologen führen unter Aufsicht der Sicherheitskräfte die Ausgrabungen fort, um das Gebiet vollständig zu kartieren und die restlichen Teile des Schatzes zu bergen.

- (2026, April 29). Enormous Viking Age coin hoard discovered [Review of Enormous Viking Age coin hoard discovered ]. Museum of Cultural History; Khm.uio.no. https://www.khm.uio.no/english/news/enormous-viking-age-coin-hoard.html[↩]





